Proof of Concept

Ein Proof of Concept (PoC) ist der praktische Beweis, dass deine Geschäftsidee oder ein technisches Konzept grundsätzlich umsetzbar ist. Er konzentriert sich auf eine Kernfunktion, um die Machbarkeit mit minimalem Aufwand zu validieren, bevor weitere Ressourcen in die Entwicklung fließen.

18 Minuten

Patrick Müller

Ich bin Patrick – Tech-Nerd, Hobbyinvestor und seit über 10 Jahren im Startup-Umfeld unterwegs. Mein Herz schlägt für sinnvolle Automatisierung, klare Strategien und ehrliches Wachstum.

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Was ist ein Proof of Concept (PoC)?

Ein Proof of Concept (PoC), oft auch Machbarkeitsnachweis genannt, ist ein kleines, internes Projekt. Du testest damit, ob eine zentrale Annahme deiner Geschäftsidee oder eine kritische Technologie in der Praxis funktioniert. Es geht nicht um ein fertiges Produkt, sondern um eine klare Ja-oder-Nein-Antwort auf eine sehr spezifische Frage.

Stell dir vor, du hast eine brillante Idee für eine App, die per Kamera den Reifegrad von Avocados bestimmen kann. Bevor du ein ganzes Team anheuerst und eine komplexe App baust, könntest du einen PoC erstellen. Dieser würde sich einzig und allein darauf konzentrieren, ob ein Algorithmus anhand von Kameradaten überhaupt zuverlässig den Reifegrad erkennen kann. Das Design, die Nutzerkonten und alle anderen Features sind dabei völlig egal.

Der PoC ist also dein erster Realitätscheck. Er hilft dir, mit minimalem Einsatz von Zeit und Geld die größte Unsicherheit in deinem Vorhaben zu beseitigen. Das Ergebnis ist keine Software, die du verkaufen kannst, sondern Wissen, das deine weiteren Entscheidungen lenkt. Es ist ein fundamentaler Baustein, um sicherzustellen, dass du nicht auf einer Annahme baust, die in der Realität keinen Bestand hat.

Keyfacts zum Proof of Concept (PoC)

Fokussiertes Experiment, kein Produkt: Ein PoC beantwortet nur eine zentrale Frage: „Ist meine Kernidee technisch grundsätzlich machbar?“ Er testet eine einzige, kritische Funktion, nicht das gesamte Produkt.
Ziel ist Risikominimierung: Du testest deine größte technische Annahme mit minimalem Aufwand. So vermeidest du, Zeit und Geld in eine Idee zu investieren, die auf einer falschen Grundlage beruht.
Kein Prototyp, kein MVP: Ein PoC beweist die technische Machbarkeit (intern). Ein Prototyp testet das Design und die User Experience (mit Testnutzern). Ein MVP validiert den Marktnutzen (mit echten Kunden).
Planung ist entscheidend: Definiere vorab messbare Erfolgskriterien (z. B. „Genauigkeit > 95 %“). Ohne ein klares Ziel, woran du den Erfolg misst, ist der PoC nicht aussagekräftig.
Umfang radikal begrenzen: Die größte Gefahr ist „Scope Creep“. Widerstehe der Versuchung, weitere Funktionen hinzuzufügen. Konzentriere dich ausschließlich auf das Nötigste, um deine Kernhypothese zu prüfen.
Starkes Argument für Investoren: Ein erfolgreicher PoC ist ein handfester Beweis für Geldgeber. Er zeigt, dass deine Vision technisch umsetzbar ist und du unternehmerisch denkst, indem du Risiken proaktiv steuerst.
Ein „Scheitern“ ist ein Erfolg: Wenn der PoC zeigt, dass die Idee nicht funktioniert, hat er seinen Zweck perfekt erfüllt. Er hat dich vor einer weitaus teureren Fehlentwicklung bewahrt. Nutze die Erkenntnisse, um deine Strategie anzupassen (Pivot).
Ergebnis ist Wissen, nicht Code: Das Resultat eines PoC ist keine fertige Software, sondern eine fundierte Go/No-Go-Entscheidung. Du gewinnst Klarheit für deine nächsten Schritte.

Welche Ziele verfolgt ein PoC?

Ein PoC verfolgt primär das Ziel, die technische oder konzeptionelle Machbarkeit einer Idee zu beweisen. Er soll eine einzige, aber kritische Hypothese validieren und dir eine fundierte Entscheidungsgrundlage für die nächsten Schritte liefern. Es geht darum, das größte Risiko frühzeitig und kostengünstig zu eliminieren.

Konkret lassen sich die Ziele so zusammenfassen:

  • Technische Machbarkeit prüfen: Funktioniert die angedachte Technologie wie erwartet? Lässt sich die Kernfunktion technisch umsetzen?
  • Risiken identifizieren und minimieren: Du deckst unvorhergesehene technische Hürden oder falsche Annahmen auf, bevor sie teuer werden.
  • Entscheidungsgrundlage schaffen: Die Ergebnisse helfen dir und potenziellen Stakeholdern zu entscheiden, ob das Projekt weiterverfolgt, angepasst oder gestoppt werden soll (Go/No-Go-Entscheidung).
  • Investoren überzeugen: Ein erfolgreicher PoC ist ein starkes Argument, um Kapitalgeber davon zu überzeugen, dass deine Idee nicht nur eine Vision, sondern technisch realisierbar ist.
  • Ressourcenplanung verbessern: Du gewinnst erste Erkenntnisse über den potenziellen Aufwand und die benötigten Kompetenzen für die vollständige Umsetzung.

Abgrenzung: PoC vs. Prototyp vs. MVP

Diese drei Begriffe werden oft verwechselt, beschreiben aber unterschiedliche Phasen und Ziele im Entwicklungsprozess. Ein Proof of Concept beantwortet die Frage „Kann es gebaut werden?“, ein Prototyp zeigt, „Wie könnte es aussehen und sich anfühlen?“ und ein MVP prüft, „Sollte es überhaupt gebaut werden und welchen Wert bietet es?“.

Proof of Concept (PoC):

Der PoC ist der schmalste und fokussierteste Test. Er validiert eine einzelne, technische Kernfunktion und bleibt meist intern. Er ist oft „hässlich“, da es nur um die Funktionalität geht. Das Ergebnis ist selten für einen Endnutzer sichtbar oder nutzbar.

  • Ziel: Technische Machbarkeit beweisen.
  • Fokus: Eine Kernfunktion, eine Technologie.
  • Nutzer: Intern (Entwickler, Management).

Prototyp:

Ein Prototyp ist ein visuelles und interaktives Modell deiner Idee. Er zeigt das „Look and Feel“ und die User Journey, hat aber oft keine echte Funktionalität im Hintergrund. Er wird genutzt, um Design-Ideen zu testen und erstes Nutzerfeedback zum Interface einzuholen.

  • Ziel: User Experience (UX) und Design validieren.
  • Fokus: Darstellung, Interaktion, Nutzerfluss.
  • Nutzer: Testnutzer, Designer, Stakeholder.

Minimum Viable Product (MVP):

Das MVP ist die erste, kleinste, aber bereits lauffähige und vermarktbare Version deines Produkts. Es enthält nur die absolut notwendigen Kernfunktionen, die einem echten Nutzer bereits einen Mehrwert bieten. Mit einem MVP testest du die Marktakzeptanz und sammelst echtes Nutzerfeedback, um das Produkt datengestützt weiterzuentwickeln.

  • Ziel: Markt-Hypothesen mit echten Nutzern validieren.
  • Fokus: Kernnutzen, Problemlösung, Geschäftsmodell.
  • Nutzer: Echte Early Adopters am Markt.
KriteriumProof of Concept (PoC)PrototypMinimum Viable Product (MVP)
HauptfrageKann es gebaut werden?Wie wird es aussehen/sich anfühlen?Welchen Wert bietet es Nutzern?
FokusTechnische MachbarkeitUser Experience & DesignMarktakzeptanz & Geschäftsmodell
UmfangEine einzelne FunktionMehrere Screens/WorkflowsMinimaler, aber nutzbarer Funktionsumfang
ZielgruppeInternes Team, ManagementTestnutzer, StakeholderEchte Kunden (Early Adopters)
ErgebnisWissen, Go/No-Go-EntscheidungFeedback zu Design & UsabilityEchtes Marktfeedback, Daten, Umsatz

PoC vs. Machbarkeitsstudie (Feasibility Study)

Ein PoC ist nicht dasselbe wie eine Machbarkeitsstudie, auch wenn beide die Umsetzbarkeit prüfen. Eine Machbarkeitsstudie ist eine umfassende, theoretische Analyse, während der PoC ein praktischer, fokussierter Test ist. Die Studie liefert die Theorie, der PoC den praktischen Beweis.

Eine Machbarkeitsstudie ist breiter angelegt. Sie untersucht ein Vorhaben aus verschiedenen Blickwinkeln, bevor praktische Arbeit beginnt. Sie analysiert nicht nur die technische, sondern auch die wirtschaftliche, rechtliche, operative und terminliche Machbarkeit (oft als TELOS-Framework zusammengefasst: Technical, Economic, Legal, Operational, Scheduling). Das Ergebnis ist ein detaillierter Bericht mit Empfehlungen.

Ein Proof of Concept hingegen ist ein fokussiertes Experiment. Er nimmt sich den kritischsten Punkt aus der technischen Machbarkeitsanalyse heraus und testet ihn praktisch. Er beantwortet nicht die Frage, ob das gesamte Projekt profitabel oder legal ist, sondern nur, ob die eine entscheidende technologische Hürde genommen werden kann. Man könnte sagen, der PoC ist oft ein praktischer Folgeschritt nach einer positiven Machbarkeitsstudie.

Warum ist ein PoC für Startups und KMU so wichtig?

Für Startups und kleine bis mittlere Unternehmen (KMU) ist ein Proof of Concept ein entscheidendes Werkzeug zur Risikosteuerung. Er hilft, knappe Ressourcen wie Zeit und Geld gezielt einzusetzen und teure Fehlentwicklungen zu vermeiden. Ein PoC schützt dich davor, dich in einer Vision zu verlieren, die technisch nicht haltbar ist.

Gerade in der Gründungsphase basiert vieles auf Annahmen. Ein PoC verwandelt die kritischste technische Annahme in belegbares Wissen. Diese frühe Validierung ist Gold wert, denn sie schafft nicht nur internes Vertrauen, sondern auch die Glaubwürdigkeit, die du für externe Partner und Geldgeber benötigst. Er ist der erste handfeste Beweis, dass deine Idee mehr als nur ein Gedanke auf einer PowerPoint-Folie ist.

Risikominimierung in der Frühphase

Das größte Risiko für jedes technologiebasierte Startup ist, dass die Kerntechnologie nicht wie erhofft funktioniert. Ein PoC adressiert genau dieses Risiko frontal. Indem du die schwierigste technische Herausforderung isolierst und löst, entschärfst du die größte potenzielle Bombe in deinem Projektplan, bevor du nennenswert investiert hast.

Stell dir vor, dein gesamtes Geschäftsmodell hängt von einem neuen Algorithmus, einer speziellen Hardware-Integration oder der Verarbeitung riesiger Datenmengen in Echtzeit ab. Scheitert diese eine Komponente, scheitert alles. Ein PoC zwingt dich, dieser Herausforderung direkt ins Auge zu blicken. Ein Scheitern des PoC ist dabei kein Scheitern des Unternehmens, sondern ein wertvoller und günstiger Lernprozess, der dich vor einem viel größeren Verlust bewahrt.

Grundlage für die Investorensuche

Investoren investieren nicht in Ideen, sondern in deren Umsetzung und das Team dahinter. Ein erfolgreicher PoC ist ein extrem starkes Signal an potenzielle Geldgeber. Er zeigt, dass du systematisch vorgehst, Risiken proaktiv managst und dass deine Vision auf einem technisch soliden Fundament steht.

Wenn du einem Investor statt einer reinen Idee bereits einen funktionierenden Machbarkeitsnachweis präsentieren kannst, verändert das die gesamte Gesprächsdynamik. Du sprichst nicht mehr über „Was wäre wenn“, sondern über „Wir haben bewiesen, dass es geht, und jetzt brauchen wir die Mittel, um es groß zu machen“. Ein PoC reduziert das wahrgenommene Risiko für den Investor erheblich und kann deine Bewertung sowie die Wahrscheinlichkeit eines Investments positiv beeinflussen.

Interne Entscheidungshilfe schaffen

Ein PoC liefert harte Fakten anstelle von Meinungen und Vermutungen. Dies ist besonders wichtig, wenn du Entscheidungen im Gründerteam oder gegenüber dem Management treffen musst. Die Frage „Sollen wir wirklich alles auf diese eine Technologie setzen?“ lässt sich viel leichter beantworten, wenn ein erfolgreicher PoC vorliegt.

Die Ergebnisse eines PoC schaffen eine gemeinsame Realität für alle Beteiligten. Sie helfen, Ressourcen klar zu priorisieren und das Team auf ein validiertes Ziel auszurichten. Eine Go/No-Go-Entscheidung, die auf den Ergebnissen eines PoC basiert, ist fundiert und für alle nachvollziehbar. Das beugt internen Konflikten vor und stellt sicher, dass alle an einem Strang ziehen, weil sie wissen, dass der eingeschlagene Weg gangbar ist.

Wie planst du einen erfolgreichen Proof of Concept?

Ein erfolgreicher PoC beginnt mit einem klaren und durchdachten Plan. Ohne eine saubere Vorbereitung riskierst du, dass die Ergebnisse nicht aussagekräftig sind oder das Projekt aus dem Ruder läuft. Ein strukturierter Ansatz mit klar definierten Zielen, einem festen Umfang und realistischen Zeitplänen ist der Schlüssel zum Erfolg.

Der Planungsprozess zwingt dich, deine kritischste Annahme präzise zu formulieren. Was genau willst du beweisen? Woran misst du den Erfolg? Wer muss involviert sein und welche Ressourcen werden benötigt? Diese Fragen im Vorfeld zu klären, erspart dir viel Zeit und Frust während der Durchführung. Betrachte die Planung nicht als bürokratische Hürde, sondern als das Fundament deines Experiments.

Schritt 1: Ziele und Erfolgskriterien definieren

Der absolut wichtigste Schritt ist die präzise Definition dessen, was du testen und erreichen möchtest. Formuliere eine klare Hypothese. Anstatt vage zu sagen „Wir wollen testen, ob unsere KI funktioniert“, formuliere es spezifisch: „Wir wollen beweisen, dass unser Algorithmus in der Lage ist, handgeschriebene Postleitzahlen auf gescannten Briefen mit einer Genauigkeit von 95 % zu erkennen.“

Lege anschließend quantitative und qualitative Erfolgskriterien fest. Woran machst du fest, dass der PoC ein Erfolg war? Mögliche Kriterien sind:

  • Performance: Die Antwortzeit des Systems liegt unter 500 Millisekunden.
  • Genauigkeit: Die Erkennungsrate erreicht den definierten Schwellenwert (z. B. 95 %).
  • Stabilität: Das System läuft 24 Stunden ohne Absturz durch.
  • Ressourcenverbrauch: Die CPU-Auslastung überschreitet bei der Verarbeitung nicht 80 %.

Diese Kriterien müssen vor Beginn des PoC von allen Beteiligten abgenickt werden. Sie sind deine Messlatte für die finale Go/No-Go-Entscheidung.

Schritt 2: Den Umfang (Scope) klar abgrenzen

Ein PoC scheitert oft daran, dass er zu viel auf einmal beweisen will. Definiere einen minimalen, aber aussagekräftigen Umfang. Widerstehe der Versuchung, „nur noch schnell“ diese eine weitere Funktion hinzuzufügen. Jede zusätzliche Anforderung erhöht die Komplexität, die Kosten und die Dauer und verwässert den Fokus.

Frage dich immer: „Ist diese Funktion absolut notwendig, um unsere Kernhypothese zu validieren?“ Wenn die Antwort „Nein“ lautet, streiche sie. Ein guter PoC ist radikal fokussiert. Dokumentiere den festgelegten Umfang schriftlich und sorge dafür, dass das gesamte Team dieses „In-Scope“ und „Out-of-Scope“ versteht und respektiert. Das schützt dich vor dem gefürchteten „Scope Creep“, dem schleichenden Anwachsen des Projektumfangs.

Schritt 3: Ressourcen und Zeitplan realistisch einschätzen

Ein PoC soll schnell und günstig sein, aber nicht unrealistisch geplant werden. Schätze den benötigten Aufwand ehrlich ein. Welche personellen Ressourcen (Entwickler, Experten), technischen Mittel (Software, Hardware, APIs) und welches Budget benötigst du?

Erstelle einen einfachen Zeitplan mit klaren Meilensteinen. Ein typischer PoC sollte nicht länger als ein paar Wochen oder wenige Monate dauern. Ein zu langer Zeitplan deutet oft auf einen zu großen Umfang hin. Plane Puffer für unvorhergesehene Probleme ein. Ein realistischer Plan schafft nicht nur Klarheit, sondern zeigt auch Stakeholdern und Investoren, dass du dein Vorhaben professionell managst.

Schritt 4: Das richtige Team zusammenstellen

Für einen PoC brauchst du nicht unbedingt ein großes Team, aber die richtigen Leute. Stelle ein kleines, agiles Team mit den notwendigen Kernkompetenzen zusammen. Oft sind das ein oder zwei Entwickler oder Ingenieure, die tiefes technisches Verständnis für das zu lösende Problem haben.

Wichtig ist, dass das Team die Freiheit und das Mandat hat, unkonventionelle Lösungswege zu erproben. Ein PoC ist ein Experiment, keine standardmäßige Produktionsentwicklung. Die Teammitglieder sollten kreativ, pragmatisch und fokussiert arbeiten können, ohne durch übermäßige Bürokratie ausgebremst zu werden. Stelle sicher, dass eine Person klar für den PoC verantwortlich ist und die Kommunikation steuert.

Was kostet ein Proof of Concept?

Die Kosten für einen Proof of Concept können stark variieren und reichen von wenigen Tausend bis hin zu sechsstelligen Beträgen. Ein einfacher Software-PoC, der von einem einzelnen Entwickler in zwei Wochen umgesetzt wird, ist natürlich günstiger als ein Hardware-PoC, der spezielle Materialien und Prototypenbau erfordert.

Die entscheidenden Kostentreiber sind die Komplexität der zu testenden Technologie, die benötigte Expertise und die Dauer des Projekts. Es ist ein Irrglaube, dass ein PoC fast nichts kosten darf. Er ist eine Investition in die Risikoreduktion. Die Kosten müssen immer ins Verhältnis zum potenziellen Schaden gesetzt werden, den eine Fehlentwicklung auf Basis ungetesteter Annahmen verursachen würde.

Typische Kostenfaktoren im Überblick

Die Hauptkosten eines PoC sind in der Regel Personalkosten. Daneben gibt es aber weitere Faktoren, die du bei der Budgetplanung berücksichtigen solltest. Sei dir bewusst, dass jeder dieser Punkte die Gesamtkosten beeinflussen kann.

Hier sind die häufigsten Kostenfaktoren:

  • Personalkosten: Gehälter oder Tagessätze für Entwickler, Ingenieure, Designer und Projektmanager. Dies ist fast immer der größte Block.
  • Software und Lizenzen: Kosten für spezielle Entwicklungssoftware, Datenbanken, Cloud-Dienste (z. B. Rechenleistung für KI-Training) oder Lizenzen für APIs und Frameworks.
  • Hardware und Infrastruktur: Anschaffung von Servern, speziellen Bauteilen, Sensoren oder Messgeräten, besonders relevant bei IoT- oder Hardware-Produkten.
  • Externe Expertise: Kosten für Berater oder Freelancer, wenn im eigenen Team spezielles Know-how fehlt (z. B. für Blockchain oder maschinelles Lernen).
  • Workspace und Tools: Kosten für Projektmanagement-Tools, Kommunikationsplattformen oder eventuell die Anmietung von Labor- oder Testräumen.

Wie du ein PoC-Budget kalkulierst

Eine saubere Budgetkalkulation schafft Transparenz und verhindert böse Überraschungen. Gehe methodisch vor, um die Kosten realistisch abzuschätzen. Beginne mit dem größten Posten, den Personalkosten, und arbeite dich zu den kleineren Blöcken vor.

So gehst du Schritt für Schritt vor:

  1. Aufwand schätzen: Zerlege den PoC in kleine Arbeitspakete (z. B. „Datenbank aufsetzen“, „Algorithmus implementieren“, „Testergebnisse analysieren“). Schätze den Zeitaufwand pro Paket in Personentagen.
  2. Personalkosten berechnen: Multipliziere die geschätzten Personentage mit den jeweiligen internen oder externen Tagessätzen der beteiligten Mitarbeiter.
  3. Sachkosten auflisten: Recherchiere die Kosten für alle benötigten Lizenzen, Tools, Cloud-Services und Hardware-Komponenten.
  4. Puffer einplanen: Kein Projekt verläuft perfekt nach Plan. Füge einen Puffer von 15–30 % für unvorhergesehene Herausforderungen und Verzögerungen hinzu.
  5. Budget zusammenfassen: Addiere alle Posten (Personal + Sachkosten + Puffer), um dein Gesamtbudget zu erhalten. Dokumentiere deine Annahmen, um sie später überprüfen zu können.

Versteckte Kosten und wie du sie vermeidest

Neben den offensichtlichen Kosten lauern oft versteckte Geldfresser, die dein Budget sprengen können. Ein Bewusstsein für diese potenziellen Fallen hilft dir, sie proaktiv zu umschiffen. Die häufigsten versteckten Kosten entstehen durch unklare Anforderungen und mangelnde Planung.

Achte besonders auf diese Punkte:

  • Opportunitätskosten: Die Zeit, die dein Team in den PoC investiert, kann es nicht für andere Aufgaben nutzen. Diese indirekten Kosten sollten dir bewusst sein.
  • Nacharbeiten wegen unklarer Ziele: Wenn die Erfolgskriterien nicht von Anfang an feststehen, führt das oft zu teuren Schleifen und Anpassungen.
  • Aufwändige Integration: Manchmal muss der PoC an bestehende Systeme angebunden werden, was unerwartet komplex sein kann. Kläre Schnittstellen frühzeitig.
  • Technische Schulden: Schnell geschriebener „Wegwerf-Code“ für den PoC kann später Probleme verursachen, wenn er doch als Basis für die Weiterentwicklung genutzt wird. Triff eine bewusste Entscheidung, ob der Code wiederverwendet werden soll.
  • Management-Overhead: Vergiss nicht die Zeit für Meetings, Abstimmungen und die Erstellung von Präsentationen. Auch das kostet Geld.

Wie führst du einen PoC systematisch durch?

Die Durchführung eines PoC sollte einem strukturierten, experimentellen Prozess folgen. Es geht nicht darum, einfach drauflos zu programmieren, sondern darum, systematisch eine Hypothese zu überprüfen. Ein klar definierter Ablauf stellt sicher, dass du am Ende aussagekräftige und vergleichbare Ergebnisse erhältst.

Der Prozess lässt sich grob in die Phasen Vorbereitung, Durchführung, Messung und Analyse unterteilen. Wichtig ist eine transparente Dokumentation über den gesamten Verlauf. So können alle Beteiligten den Fortschritt nachvollziehen und die finalen Ergebnisse auf Basis der ursprünglichen Ziele bewertet werden. Ein agiler Ansatz mit kurzen Feedbackschleifen kann helfen, während des Prozesses flexibel auf neue Erkenntnisse zu reagieren.

Die zentralen Schritte im PoC-Prozess

Ein bewährter Ablauf hilft dir, den Überblick zu behalten und nichts Wichtiges zu vergessen. Auch wenn jeder PoC individuell ist, folgen die meisten einem ähnlichen Muster. Diese Schritte geben dir eine klare Roadmap von der Idee bis zur finalen Entscheidung.

  1. Definition: Kläre die Kernfrage, die Hypothese und die messbaren Erfolgskriterien (wie in der Planungsphase beschrieben).
  2. Setup: Richte die technische Umgebung ein. Beschaffe die notwendige Hard- und Software, richte die Entwicklungsumgebung ein und stelle die benötigten Daten bereit.
  3. Implementierung: Entwickle die minimal notwendige Lösung, um die Kernfunktion zu testen. Halte den Code einfach und fokussiert. Vermeide alles, was nicht direkt zur Validierung der Hypothese beiträgt.
  4. Testing: Führe die definierten Testszenarien durch. Lasse den Code laufen und messe die Performance, Genauigkeit oder andere definierte Metriken.
  5. Analyse: Werte die gesammelten Daten aus. Vergleiche die Ergebnisse mit den zuvor definierten Erfolgskriterien. Hat der PoC die Erwartungen erfüllt, übertroffen oder verfehlt?
  6. Dokumentation & Präsentation: Fasse den Prozess, die Ergebnisse und deine Schlussfolgerungen in einem kurzen Bericht zusammen. Bereite eine Präsentation für die Stakeholder vor.
  7. Entscheidung: Triff auf Basis der Ergebnisse die Go/No-Go-Entscheidung für die nächsten Schritte.

Wichtige Methoden und Tools zur Unterstützung

Für die Durchführung eines PoC musst du das Rad nicht neu erfinden. Nutze etablierte Methoden und Tools, um effizienter zu arbeiten. Der richtige Technologie-Stack hängt stark von deinem spezifischen Anwendungsfall ab, aber einige Werkzeuge sind universell nützlich.

Im Bereich Methoden bewähren sich agile Ansätze wie Scrum oder Kanban in einer abgespeckten Form. Tägliche kurze Stand-up-Meetings helfen, das Team synchron zu halten und Hindernisse schnell zu identifizieren. Für die Ideengenerierung und das Design können Techniken wie Design Sprints oder Prototyping-Workshops vorgeschaltet werden.

Bei den Tools kommt es auf die Aufgabe an:

  • Projektmanagement: Jira, Trello oder Asana helfen, Aufgaben zu verfolgen.
  • Versionskontrolle: Git (mit GitHub oder GitLab) ist Standard für die Code-Verwaltung.
  • Cloud-Plattformen: AWS, Google Cloud oder Microsoft Azure bieten schnell skalierbare Infrastruktur und spezielle Dienste (z. B. für KI/ML), die ideal für PoCs sind.
  • Prototyping-Tools: Für vorgelagerte UI/UX-Tests eignen sich Figma oder Sketch.

Nutzerfeedback richtig sammeln und auswerten

Obwohl ein PoC primär die technische Machbarkeit testet, kann frühes Nutzerfeedback wertvoll sein, insbesondere wenn es um die Validierung einer bestimmten User-Interaction geht. Achte jedoch darauf, den Fokus nicht zu verlieren. Es geht nicht um ein umfassendes Usability-Testing.

Wenn du Feedback einholst, konzentriere dich auf die Kernfunktion. Präsentiere einer kleinen, ausgewählten Gruppe von potenziellen Nutzern oder Fachexperten den funktionalen Kern und beobachte ihre Reaktion. Stelle offene Fragen wie: „Löst dieser Ansatz dein Kernproblem?“ oder „Welche Hürden siehst du bei dieser Art der Umsetzung?“. Das Feedback sollte dir helfen, die technische Anforderung zu schärfen, nicht das gesamte Produktkonzept zu ändern. Werte das qualitative Feedback systematisch aus und lasse es in die Bewertung des PoC einfließen.

Den Prozess sauber dokumentieren

Eine gute Dokumentation ist das A und O, um den Wert deines PoC langfristig zu sichern. Sie stellt sicher, dass die Erkenntnisse nicht verloren gehen und auch für neue Teammitglieder oder Investoren nachvollziehbar sind. Die Dokumentation muss nicht übermäßig detailliert sein, aber sie sollte die wichtigsten Aspekte abdecken.

Dokumentiere mindestens die folgenden Punkte:

  • Ausgangslage: Welche Hypothese wurde getestet und warum?
  • Umfang und Ziele: Was waren die definierten Erfolgskriterien?
  • Methodik: Welcher technische Ansatz wurde gewählt? Welche Tools wurden verwendet?
  • Durchführung: Welche Schritte wurden unternommen? Welche Herausforderungen traten auf?
  • Ergebnisse: Welche Messwerte wurden erzielt? Wurden die Erfolgskriterien erfüllt?
  • Fazit und Empfehlung: Was sind die Schlussfolgerungen? Lautet die Empfehlung Go, No-Go oder eine Iteration?

Diese Dokumentation ist die Grundlage für deine Präsentation und die finale Entscheidung.

Welche typischen Fehler solltest du unbedingt vermeiden?

Ein Proof of Concept kann schnell zu einer Falle werden, wenn er falsch aufgesetzt oder interpretiert wird. Viele Teams machen ähnliche Fehler, die den Nutzen des PoC untergraben oder das Projekt unnötig in die Länge ziehen. Wenn du diese häufigen Stolpersteine kennst, kannst du sie von vornherein umschiffen.

Der Kern vieler Probleme liegt in einer unklaren Zielsetzung und einem schleichenden Ausufern des Projektumfangs. Ein PoC ist ein fokussiertes Experiment, kein Mini-Produkt. Wenn du diese Unterscheidung aus den Augen verlierst, riskierst du, Zeit und Geld zu verbrennen, ohne eine klare Antwort auf deine wichtigste Frage zu erhalten.

Fehler #1: Unklare Ziele und Erfolgskriterien

Der mit Abstand häufigste und gravierendste Fehler ist das Fehlen klar definierter und messbarer Ziele. Ohne sie wird der PoC zu einer ziellosen Spielerei. Am Ende weiß niemand, ob das Ergebnis nun gut oder schlecht ist, weil die Messlatte von Anfang an gefehlt hat.

So vermeidest du den Fehler: Formuliere vor dem ersten Zeile Code eine präzise Hypothese und messbare Erfolgskriterien (KPIs). Zum Beispiel: „Der PoC gilt als erfolgreich, wenn der Prototyp des Texterkennungs-Algorithmus eine Genauigkeit von über 90 % bei einer Verarbeitungszeit von unter 2 Sekunden pro Seite erreicht.“ Diese Kriterien müssen von allen Stakeholdern vor dem Start schriftlich bestätigt werden.

Fehler #2: Scope Creep – Der wachsende Umfang

Die Versuchung ist groß: „Wenn wir schon dabei sind, können wir doch gleich noch diese kleine Funktion einbauen.“ Dieser als Scope Creep bekannte Effekt ist der Tod vieler PoCs. Jede zusätzliche Funktion erhöht die Komplexität, verlängert die Dauer und lenkt vom eigentlichen Ziel ab – der Validierung der Kernhypothese.

So vermeidest du den Fehler: Definiere den Umfang deines PoC rigoros und dokumentiere klar, was „in scope“ und was „out of scope“ ist. Übe dich im „Nein“-Sagen. Jede neue Anforderung muss kritisch hinterfragt werden: Ist sie absolut essenziell, um die Kernfrage zu beantworten? Wenn nicht, kommt sie auf eine Liste für später.

Fehler #3: Den PoC wie ein fertiges Produkt behandeln

Ein PoC ist kein Produkt. Er muss nicht schön, robust oder skalierbar sein. Sein Code ist oft dazu gedacht, nach dem Experiment wieder verworfen zu werden. Teams, die versuchen, den PoC in Produktionsqualität zu entwickeln, verschwenden wertvolle Zeit und Ressourcen auf Aspekte wie perfektes UI, umfassende Fehlerbehandlung oder Skalierbarkeit.

So vermeidest du den Fehler: Mache dem gesamten Team klar, dass es sich um einen Prototyp für den „Maschinenraum“ handelt. Der Fokus liegt zu 100 % auf der Funktionalität der zu testenden Komponente. Verwende den Begriff „Wegwerf-Prototyp“, um die richtige Erwartungshaltung zu schaffen. Perfektionismus ist hier fehl am Platz; Pragmatismus und Geschwindigkeit sind entscheidend.

Fehler #4: Falsches oder unzureichendes Feedback

Manchmal werden PoCs im stillen Kämmerlein entwickelt und die Ergebnisse nur unzureichend interpretiert oder kommuniziert. Ein anderer Fehler ist, das Feedback von den falschen Personen einzuholen. Wenn ein technischer PoC plötzlich von Vertriebsmitarbeitern nach ästhetischen Kriterien bewertet wird, führt das in die Irre.

So vermeidest du den Fehler: Definiere von Anfang an, wer die Ergebnisse bewertet und auf Basis welcher Kriterien. Beziehe die relevanten Stakeholder (z. B. technische Leiter, Produktmanager) in den Prozess ein. Sorge für eine transparente Kommunikation der Ergebnisse und leite daraus eine klare, gemeinsame Handlungsempfehlung ab. Konzentriere dich auf die Fakten und Daten, die der PoC geliefert hat.

Wie bewertest du die Ergebnisse und triffst die richtige Entscheidung?

Nach Abschluss des PoC steht die wichtigste Phase an: die Bewertung der Ergebnisse und die daraus resultierende Entscheidung. Hier zahl-t sich eine saubere Planung aus. Wenn du klare Erfolgskriterien definiert hast, ist die Bewertung objektiv und faktenbasiert statt von Bauchgefühl und Meinungen getrieben.

Der Bewertungsprozess sollte strukturiert ablaufen. Präsentiere die Ergebnisse transparent allen relevanten Stakeholdern. Vergleiche die erzielten Messwerte direkt mit den zuvor festgelegten Zielen. Auf dieser Grundlage triffst du dann gemeinsam eine der drei möglichen Entscheidungen: Go (das Projekt wird weiterverfolgt), No-Go (das Projekt wird gestoppt) oder eine Iteration (der PoC wird mit Anpassungen wiederholt).

Die Go/No-Go-Entscheidung fundiert treffen

Die Go/No-Go-Entscheidung ist der Höhepunkt des gesamten PoC-Prozesses. Sie sollte direkt aus dem Abgleich der Ergebnisse mit den Erfolgskriterien folgen. Eine klare Entscheidung ist entscheidend, um zu vermeiden, dass Projekte unklar „weiterwursteln“.

  • Go: Die Erfolgskriterien wurden erfüllt oder sogar übertroffen. Die technische Kernhypothese ist validiert. Du hast grünes Licht, um die nächste Phase zu planen, z. B. die Entwicklung eines Prototyps oder MVPs.
  • No-Go: Die Erfolgskriterien wurden klar verfehlt. Die Technologie funktioniert nicht wie erwartet, oder der Aufwand ist unvertretbar hoch. Dies ist kein Scheitern, sondern ein wertvoller Lerneffekt, der dich vor einer teuren Fehl-investition bewahrt hat. Das Projekt wird in dieser Form beendet.
  • Iteration/Pivot: Die Ergebnisse sind gemischt. Vielleicht wurde das Ziel knapp verfehlt, aber es haben sich vielversprechende alternative Lösungswege gezeigt. In diesem Fall kann die Entscheidung lauten, den PoC mit einem angepassten Ansatz oder neuen Parametern zu wiederholen.

Ergebnisse überzeugend präsentieren

Die Art und Weise, wie du die PoC-Ergebnisse präsentierst, ist entscheidend für die Akzeptanz der Entscheidung. Bereite eine klare und prägnante Präsentation vor, die sich auf die Fakten konzentriert. Richte dich an deine Zielgruppe (Management, Investoren, Team).

Eine gute Ergebnispräsentation enthält:

  1. Die Ausgangsfrage: Erinnere kurz an die Hypothese und die Ziele des PoC.
  2. Der Ansatz: Beschreibe kurz die gewählte Methode und den Aufbau des Experiments.
  3. Die Ergebnisse: Zeige die harten Fakten. Präsentiere die gemessenen Daten und vergleiche sie visuell (z. B. in einer Tabelle oder Grafik) mit den definierten Erfolgskriterien.
  4. Die Analyse: Interpretiere die Ergebnisse. Was bedeuten sie? Welche unerwarteten Erkenntnisse gab es?
  5. Die Empfehlung: Gib eine klare und begründete Empfehlung für die Go/No-Go-Entscheidung. Zeige auf, was die nächsten Schritte wären.

Lessons Learned: Was tun, wenn der PoC scheitert?

Ein gescheiterter PoC ist kein Beinbruch, sondern eine Chance. Er hat seinen Zweck erfüllt, indem er dir frühzeitig gezeigt hat, dass ein eingeschlagener Weg nicht funktioniert. Wichtig ist, diesen Moment als Lerngelegenheit zu nutzen und die Erkenntnisse systematisch zu dokumentieren.

Führe eine kurze Retrospektive im Team durch. Was waren die Gründe für das Scheitern? War die Technologie ungeeignet, die Annahme falsch oder der Ansatz fehlerhaft? Diese „Lessons Learned“ sind extrem wertvoll. Sie helfen dir, deine Strategie anzupassen (Pivot), alternative Technologien zu evaluieren oder die Geschäftsidee grundlegend zu überdenken. Ein gescheiterter PoC, der dich vor dem Verbrennen von Hunderttausenden von Euro bewahrt, ist in Wahrheit ein großer Erfolg.

Wie überzeugst du Investoren mit deinem PoC?

Für Investoren ist ein Proof of Concept ein starkes Indiz für die Qualität und Professionalität eines Gründerteams. Er reduziert eines ihrer größten Risiken: das Technologierisiko. Ein erfolgreich durchgeführter PoC zeigt, dass du nicht nur eine Vision hast, sondern auch in der Lage bist, Hypothesen systematisch zu validieren und Risiken proaktiv zu managen.

Wenn du mit Investoren sprichst, ist der PoC ein zentraler Baustein deiner Story. Er ist der Beweis, der deine Behauptungen untermauert. Anstatt nur zu sagen „Unsere KI wird die Branche revolutionieren“, kannst du sagen: „Wir haben in einem PoC bewiesen, dass unser Kernalgorithmus eine um 30 % höhere Genauigkeit als bestehende Lösungen erreicht. Hier sind die Daten.“ Das schafft Vertrauen und Glaubwürdigkeit.

Was Investoren wirklich in einem PoC sehen wollen

Investoren interessieren sich weniger für die technischen Details deines Codes. Sie wollen sehen, dass du einen systematischen und unternehmerischen Ansatz verfolgst. Ein PoC beantwortet für sie mehrere Schlüsselfragen, die über die reine Technik hinausgehen.

Das wollen Investoren sehen:

  • Risikobewusstsein: Du hast das größte technische Risiko in deinem Geschäftsmodell identifiziert und proaktiv adressiert.
  • Umsetzungskompetenz: Dein Team hat die Fähigkeit, eine technische Herausforderung pragmatisch und erfolgreich zu lösen.
  • Kapitaleffizienz: Du gehst sorgsam mit Ressourcen um, indem du teure Entwicklungen erst nach einer günstigen Validierung startest.
  • Skalierbarkeitspotenzial: Die Ergebnisse des PoC deuten darauf hin, dass die Technologie das Potenzial hat, in einem großen Markt zu bestehen.
  • Einzigartigkeit (USP): Der PoC untermauert, dass deine Technologie einen echten, messbaren Vorteil gegenüber dem Wettbewerb hat.

Die wichtigsten Kennzahlen (Metriken) für VCs

Präsentiere Investoren (VCs) die Ergebnisse deines PoC in einer klaren, quantitativen Sprache. Sie denken in Zahlen und Kennzahlen (Metriken). Übersetze deine technischen Ergebnisse in geschäftsrelevante Metriken, die einen klaren Vorteil aufzeigen.

Relevante Metriken könnten sein:

  • Performance-Verbesserung: „Unser Algorithmus reduziert die Verarbeitungszeit um 50 % im Vergleich zum Industriestandard.“
  • Kosteneinsparung: „Die Technologie senkt die Betriebskosten pro Transaktion um 25 Cent.“
  • Genauigkeitssteigerung: „Wir erreichen eine Fehlerreduktion von 40 %, was zu weniger manueller Nacharbeit führt.“
  • Ressourceneffizienz: „Unser Ansatz benötigt 60 % weniger Rechenleistung, was die Skalierung günstiger macht.“

Verbinde diese Zahlen immer mit einem klaren Kundennutzen und dem daraus resultierenden Geschäftspotenzial.

Den PoC als Teil deiner Fundraising-Story nutzen

Bette den Proof of Concept geschickt in dein Pitch Deck und deine allgemeine Erzählung ein. Er ist nicht nur eine technische Fußnote, sondern ein wichtiger Meilenstein deiner bisherigen Reise. Zeige auf, wie der PoC eine zentrale Hürde aus dem Weg geräumt hat und nun den Weg für die nächsten Schritte ebnet.

Strukturiere deine Story zum Beispiel so:

  1. Das Problem: Beschreibe das Problem, das du für deine Kunden löst.
  2. Die Vision: Präsentiere deine Lösungsidee.
  3. Die größte Hürde: Benenne ehrlich die größte technische Unsicherheit bei deiner Idee.
  4. Der Beweis (Dein PoC): Präsentiere den PoC als den Moment, in dem du bewiesen hast, dass deine Lösung technisch machbar ist. Zeige die wichtigsten Ergebnisse.
  5. Die Zukunft: Erkläre, wie du mit dem Investment auf Basis dieses validierten Fundaments nun das MVP bauen und den Markt erobern wirst.

So wird der PoC zu einem kraftvollen Wendepunkt in deiner Geschichte, der deine Vision mit handfesten Beweisen untermauert.

Proof of Concept – Häufig gestellte Fragen (FAQ)

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